Vermeide das „Fancy Play Syndrome" (FPS): einfache Lagen kompliziert zu spielen kostet wirklich
Es gibt eine Krankheit, die genau jene Spieler trifft, die „etwas gelernt haben": das Fancy Play Syndrome (FPS): eine einfache Lage wird unbedingt verschnörkelt gespielt — statt direkt auf Value zu setzen slowgeplayt; statt schlicht zu folden ein „cleverer" Bluff. Am Ende überlistet man sich selbst. Dieser Artikel erklärt, was es ist und warum es Geld kostet.
Was das Fancy Play Syndrome ist
Typische Erscheinung von FPS: zum Angeben oder um „den Gegner zu täuschen" das Einfache und Direkte kompliziert machen.
- mit einer großen Hand nicht schlicht auf Value setzen, sondern slowplayen und so alles Geld verschenken, das der Gegner zahlen würde;
- in einer klar ungünstigen Lage nicht schlicht folden, sondern einen verschnörkelten Bluff bringen und aus einem guten Fold einen großen Verlust machen;
- zu viel darüber grübeln, was der Gegner denkt, sich verheddern und Entscheidungen treffen, die man selbst nicht erklären kann.
Kurz: FPS ist „zu clever": mit komplizierten Tricks eine Lage lösen, die man mit schlichtem Spiel längst gewonnen hätte.
Warum Fancy Play Geld kostet
- einfache Lagen sollten einfach gespielt werden: große Hand setzen, Müll folden ist am profitabelsten. Tricks krümmen nur diese gerade Linie und verlieren Geld;
- Slowplay verliert oft langsam Value: statt auf Value zu setzen zu slowplayen ist keine Falle, sondern lässt den Gegner gratis Karten sehen und weniger zahlen (echtes Slowplay hat strenge Voraussetzungen, nicht nach Lust);
- Angeber-Bluffs sind meist Geldgeschenke: Anfängerbluffs scheitern oft, und „um clever zu wirken" gebluffte haben meist nicht einmal einen klaren Grund;
- je komplexer, desto fehleranfälliger: jede weitere Ebene „ich denke, er denkt, ich denke" bringt eine weitere Chance zum Fehler.
Anfänger sollten eher „schlicht und stark" spielen
Für Anfänger verdient schlichtes, direktes, hartes Spiel oft mehr als Tricks:
- mit einer guten Hand setzen, erhöhen, offen Value holen;
- ist die Hand schlecht, folden, nicht durchbeißen, nicht wild bluffen;
- heb komplexes „Gedankenlesen" und Fancy-Züge für später auf, wenn die Grundlagen sitzen und du den Gegner wirklich durchschaust.
Das ist nicht „dumm spielen", sondern „richtig spielen". Viele Anfängerverluste kommen gerade von zu viel Denken und zu verschnörkeltem Spiel.
Drei Hinweise für Anfänger
- standardmäßig die gerade Linie: große Hand setzen, Müll folden, mit guter Position mehr spielen — festige zuerst das einfache Spiel;
- vor einem Trick frag „warum": kannst du keinen klaren Grund nennen (Value? Bluff? gegen welchen Gegner?), lass es;
- spiel nicht, um „hochklassig zu wirken": Poker misst Gewinn, nicht Schnörkel. Das mit schlichtem Spiel gewonnene Geld ist genauso Geld.
In einem Satz: Fancy Play Syndrome = einfache Lagen zum Angeben kompliziert spielen, sich selbst überlisten. Große Hand direkt auf Value, Müll direkt folden, Tricks brauchen einen klaren Grund — schlichtes starkes Spiel ist nicht dumm, sondern der stabilste Weg für Anfänger zu gewinnen. Leg den Drang „clever zu wirken" ab, und deine Bilanz sieht viel besser aus.
Wie man übt
Spiel mit Spielchips und übe gezielt „die gerade Linie": setzen oder folden mit dieser Hand? Kläre die einfachste Antwort und tu sie, frag nicht mehr „aber wäre Slowplay/Bluff nicht raffinierter". Nach ein paar Dutzend Händen wirst du überrascht sein: weniger Tricks, mehr Schlichtheit, oft eine bessere Bilanz — weil du dir nicht mehr selbst Gruben gräbst. Tricks hebst du dir auf, bis die Grundlagen wirklich sitzen, und fügst sie dann Stück für Stück hinzu.