Was ist Floating? Mit einer schwachen Hand callen und später den Pot holen
„Floating" ist ein Zug, den Fortgeschrittene oft nutzen, Anfänger aber oft missverstehen. Er bedeutet: am Flop ist deine Hand nicht stark, aber du erhöhst nicht und foldest nicht, sondern callst zunächst einen Einsatz und planst, den Pot am Turn oder River zu holen, wenn der Gegner Schwäche zeigt. Dieser Artikel erklärt, wie er funktioniert, warum er Position braucht, und wann er sinnvoll ist.
Was Floating ist
Typisches Szenario: der Gegner erhöht preflop und setzt am Flop einen Continuation Bet, während deine Hand nur schwach oder ein Draw ist. Du foldest nicht und erhöhst nicht, sondern callst ruhig einen Einsatz — dieser Call ist das „Floating".
Dein Plan ist:
- der Continuation Bet des Gegners ist oft nur „Gewohnheitsfeuer", die Hand nicht stark;
- verlangsamt er am Turn (checkt), setzt du und holst dir diesen Pot;
- selbst bei weiterem Angriff hast du manchmal noch einen Draw als Ausweg.
Kurz: Floating = mit einem billigen Call zunächst in der Hand bleiben und zurückschlagen, wenn der Gegner eine Blöße zeigt.
Warum Floating fast zwingend Position braucht
Die Wirkung des Floatings hängt fast ganz von der Position ab:
- du handelst nach dem Gegner, kannst erst sehen, ob er am Turn weiterfeuert oder checkt, und dann entscheiden, ob du zugreifst;
- checkt er und zeigt Schwäche, setzt du und holst den Pot; greift er weiter an, kannst du günstig loslassen;
- außer Position zu floaten ist fast Selbstmord: du handelst zuerst, siehst seine Haltung nicht, und weißt nach dem Float nicht, ob du weiterspielen sollst.
Also: ohne Position im Grunde nicht floaten.
Wann Floating sinnvoll ist
- der Gegner setzt gern wahllos Continuation Bets: er setzt am Flop fast bei jeder Hand, seine Range ist gemischt, dein Float holt später leichter;
- das Board ist für ihn ungünstig: je weniger das Board seine Range trifft, desto eher ist sein Continuation Bet leer;
- du hast etwas Rückhalt: selbst ein schwacher Draw oder Backdoor gibt deinem Float einen Ausweg, statt reinen Bluffs.
Drei Hinweise für Anfänger
- nimm Floating nicht als Ausrede fürs „Nicht-folden-Wollen": Floating ist ein geplanter Konter, kein „ich will nicht folden, also calle ich";
- plane den Turn: überleg vor dem Float: setzt er check, wie viel setze ich? Feuert er weiter, folde ich? Ohne Plan nicht floaten;
- wähl den Gegner: gegen jemanden, der nie aufgibt und alles callt, ist Floating Geldverschenken — float gegen Gegner, die Schwäche zeigen und folden.
In einem Satz: Floating = mit Position eine schwache Hand callen und den Pot holen, wenn der Gegner später Schwäche zeigt. Es ist eine fortgeschrittene Waffe, die von Position und Plan lebt, keine Ausrede fürs Nicht-folden. Wähl den richtigen Gegner, plane das Folgende, und hab Position — dann ist Floating ein kluger Zug.
Wie man übt
Spiel mit Spielchips und übe einen Float gezielt mit Position gegen einen Gegner, der gern wahllos Continuation Bets setzt: calle am Flop und sieh, wie er den Turn spielt. Checkt er, versuch zu setzen und den Pot zu holen; feuert er weiter, lass ruhig los. Nach ein paar Malen merkst du, dass Floating kein Glücksspiel ist, sondern eine geduldige Spielweise, „den Gegner per Position zuerst zeigen zu lassen". Float nicht gegen Calling Stations, float nicht außer Position — hältst du diese zwei ein, umgehst du die größte Falle des Floatings.