Wie man einen Short Stack spielt — mit „Push or Fold" die Entscheidung vereinfachen, nicht langsam sterben
Wird dein Stack klein (etwa nur noch ein gutes Dutzend Big Blinds oder weniger), lässt dich das gemächliche „Deep-Stack"-Spiel nur Stück für Stück von den Blinds auffressen. Ein Short Stack braucht einen ganz anderen, einfacheren Ansatz: Push or Fold. Dieser Artikel erklärt, wie man einen Short Stack spielt.
Warum ein Short Stack „Push or Fold" braucht
Ist der Stack klein, ist komplexes Postflop-Spiel sinnlos (Stack-Tiefe bestimmt die Spielweise):
- kein Raum für Kunststücke: nach einer Preflop-Erhöhung ist dein Rest fast weg, du kannst postflop gar nicht gemächlich spielen;
- Flat-Call ist sehr verlustig: mit einem Short Stack flat zu callen ist unangenehm, wenn du den Flop verfehlst, und du wirst leicht von einer späteren Erhöhung zum Folden gedrängt;
- also entweder All-in oder Folden: beim Einsteigen direkt All-in, die Entscheidung reduziert auf „ist diese Hand einen Push wert" — sauber, ohne Grübeln, und ohne dem Gegner die Chance zu geben, dich per Position zu schikanieren.
Kurz: der Kern beim Short Stack ist nicht „wie spiele ich raffiniert", sondern „soll ich pushen".
Welche Hände All-in gehören
Der Schlüssel bei Push or Fold ist zu beurteilen, „ob diese Hand einen All-in wert ist". Grobe Prinzipien:
- je kürzer der Stack, desto weiter die Push-Range: je weniger übrig, desto weniger darfst du auf die „perfekte Hand" warten, viele mittlere Hände solltest du entschlossen pushen;
- je später die Position, desto weiter die Push-Range: in später Position ohne vorherige Aktion oder mit wenigen Spielern kannst du mit weiteren Händen pushen (siehe die Stärke-Rangfolge der Starthände);
- bevorzugt Hände mit „lebendigem" Wert pushen: hohe Karten, Pocket Pairs, hohe Suited Cards — auch gecallt noch kampffähig, statt reinem Müll.
Der Kern: warte nicht auf die sogenannte „gute Hand", die Blinds fressen deinen Stack zuerst auf.
Nicht auf den Tod warten
Der häufigste Fehler von Anfängern mit Short Stack ist, nur zu ducken und auf eine große Hand zu warten:
- du zahlst jede Runde Blinds, bloßes Warten macht deinen Stack immer kleiner und deinen Push immer weniger bedrohlich;
- statt bis auf ein paar Blinds zu warten und zwangs-all-in zu gehen (keiner fürchtet dich, du wirst leicht gecallt), lieber aktiv angreifen, solange du noch ein gutes Dutzend Big Blinds hast und dein Push Fold Equity hat;
- aktiv den Moment zum Pushen suchen ist besser als passiv zu sterben. Dasselbe Prinzip wie beim kleinen Stack auf der Bubble „nicht warten".
Drei Hinweise für Anfänger
- kurz, dann auf Push or Fold umschalten: denk nicht mehr an gemächliches Postflop-Spiel, reduzier die Entscheidung auf „pushen oder folden";
- je kürzer der Stack, desto früher handeln: je länger du wartest, desto weniger bedrohlich dein All-in, desto niedriger die Fold Equity;
- wertige Hände pushen, keinen Müll wahllos: vereinfachen heißt nicht wahllos, du pushst kampffähige Hände, nicht zwei beliebige Karten.
In einem Satz: Short Stack spielen = auf „Push or Fold" umschalten, je kürzer der Stack und je später die Position, desto weiter pushen, aktiv angreifen, solange noch Bedrohung da ist, nicht auf den Tod durch die Blinds warten. Reduzier die komplexe Postflop-Entscheidung auf ein klares „pushen oder folden" — ohne Grübeln und ohne dem Gegner Raum, dich zu schikanieren. Das ist die richtige Art, einen Short Stack am Leben zu halten.
Wie man übt
Spiel mit Spielchips und übe absichtlich „Push or Fold", wenn der Stack knapp ist: bei einem guten Dutzend Big Blinds denk nicht mehr an gemächliches Flat-Callen, sondern frag bei jeder Hand nur „pushen oder folden". Übe gezielt „aktiv pushen, solange noch Bedrohung da ist", zieh es nicht bis auf ein paar Blinds hin. Nach ein paar Malen spürst du, dass das Short-Stack-Spiel eigentlich einfacher ist — und die Einfachheit ist genau seine Stärke.