Wie man außer Position spielt — wie man den Nachteil des Zuerst-Handelns ausgleicht
Eine der schwersten Lagen am Tisch ist, außer Position (out of position) zu sein — du handelst zuerst, musst Stellung beziehen, ohne zu sehen, was der Gegner tut, und hast immer weniger Informationen als er. Dieser Artikel erklärt, warum außer Position nachteilig ist, wie man es durch die Spielweise ausgleicht, und die häufigsten Anfängerfehler in dieser Lage.
Warum außer Position so schwer zu spielen ist
Der Kern in einem Satz: Position bestimmt Information. Außer Position heißt:
- du handelst zuerst, zeigst zuerst Haltung: auf jeder Straße musst du zuerst setzen oder checken und gibst dem Gegner die Wahl;
- der Gegner entscheidet, nachdem er dich gesehen hat: er hat mehr Informationen und kann auf deine Aktion kontern;
- der Pot ist schwerer zu kontrollieren: willst du den Pot klein halten, kann der Gegner setzen und ihn groß machen; willst du ihn groß machen, kann er checken und ihn klein halten.
Kurz: außer Position = auf jedem Schritt eine Information und ein Stück Initiative weniger. Du kannst diesen Nachteil nicht beseitigen, aber durch die Spielweise auf ein Minimum drücken.
Drei Wege, den Nachteil auszugleichen
- Range straffen: je schlechter die Position, desto stärker die Hände zum Einsteigen. Randhände, die man mit guter Position spielen kann, werden in ungünstiger Position oft zur Last — folde sie;
- aktiv den Pot kontrollieren: bei mittlerer Handstärke mach den Pot nicht groß. Kleine Einsätze, Check zur Pot-Kontrolle mindern die Passivität aus dem „Zuerst-Handeln";
- klare Linie: weil du weniger Informationen hast, überleg umso mehr „wie will ich diese Hand zu Ende spielen", statt Schritt für Schritt vom Gegner geführt zu werden.
Big-Blind-Verteidigung ist typisch außer Position
Wenn du im Big Blind verteidigst, bist du postflop fast immer außer Position — genau ein Grund, warum die Blind-Verteidigung vor allem per Call und ohne wildes Re-Raise laufen sollte: außer Position vergrößert übertriebene Aggression nur den Nachteil deiner geringen Information.
Auch die Bet-Größe muss der Position dienen
Außer Position muss die Bet-Größe umso mehr einen Zweck haben:
- du kannst nicht per Position billig Karten sehen, also muss der Einsatz umso klarer für Value oder Pot-Kontrolle sein;
- setz keinen Einsatz, nach dem du „nicht weißt, wie weiter" — außer Position werden peinliche Halb-Einsätze am ehesten vom Gegner bestraft.
Drei Hinweise für Anfänger
- in ungünstiger Position tighter spielen: der einfachste, wirksamste Ausgleich — spiel in früher Position/Big Blind nicht zu viele schwache Hände;
- den Positionsnachteil nicht mit aktiver Aggression durchstehen: Aggression ist keine Wunderwaffe, wahlloses Feuern außer Position bringt dich nur in eine schwerere Lage;
- die ganze Hand vordenken: bei wenig Information erst recht vorausplanen, dich nicht Schritt für Schritt vom Gegner abfragen lassen.
In einem Satz: außer Position = die nachteilige Lage des Zuerst-Handelns mit den wenigsten Informationen, ausgeglichen durch engere Ranges, aktive Pot-Kontrolle und klare Planung. Du kannst den Nachteil nicht beseitigen, aber ihn nicht vergrößern. Lern, in ungünstiger Position tighter und geplanter zu spielen, und du stopfst eines der größten Lecks der Anfänger.
Wie man übt
Spiel mit Spielchips und achte gezielt auf die Hände außer Position: ist diese Hand stark genug, um in ungünstiger Position gespielt zu werden? Habe ich meine Linie vorgedacht? Übe bewusst „in ungünstiger Position mehr folden, mittlere Hände im kleinen Pot halten". Nach ein paar Dutzend Händen spürst du wirklich: dieselbe Hand, etwas schlechtere Position, muss etwas konservativer gespielt werden — dieses Bewusstsein ist die Pflichtlektion vom Anfänger zum Fortgeschrittenen.