Limp-Pots spielen (jemand callt nur den Big Blind, statt zu erhöhen) — eine Chance im schwachen Pot
Ein Limp-Pot ist ein Pot, in dem preflop jemand nur einen Big Blind callt und niemand erhöht, bevor man gemeinsam den Flop sieht. Limpen ist oft ein Signal: am Tisch sitzen eher schwache, passive Gegner. Für einen versierten Spieler ist das gerade eine Chance. Dieser Artikel erklärt, wie man Limp-Pots spielt.
Warum ein Limp-Pot entsteht
Ein normal versierter Spieler erhöht mit einer spielbaren Hand meist (für Value, für Initiative). Wenn jemand also „nur callt, nicht erhöht", liegt das oft daran:
- die Hand ist nicht stark: er will billig einen Flop sehen, mag aber nicht folden;
- passive Spielweise: er guckt gewohnheitsmäßig mit, erhöht ungern aktiv;
- Anfänger: hat die Gewohnheit, erhöhend zu führen, noch nicht entwickelt.
Kernsignal: wer limpt, hat in seiner Range wenige starke Hände — genau das kannst du nutzen.
Preflop: meist solltest du „isolieren" (Isolation-Raise)
Hat jemand vor dir gelimpt und du bist dran mit einer spielbaren Hand, limp meist nicht mit, sondern erhöhe (das heißt Isolation-Raise):
- andere vertreiben, den Schwachen isolieren: eine Erhöhung vertreibt oft die anderen Limper, sodass du mit dem schwachen Limper heads-up bist;
- Initiative übernehmen: du wirst der Führende dieser Hand, postflop leichter zu spielen;
- Value kassieren: deine Hand ist wahrscheinlich stärker als die Limp-Range, die Erhöhung kassiert Value.
Bei der Größe muss die Erhöhung gegen einen Limp etwas größer als eine normale Open-Erhöhung sein, mit jedem weiteren Limper mehr — weil du mehrere überdrücken willst.
Postflop: „niemand repräsentiert eine starke Hand" nutzen
Der größte Vorteil postflop im Limp-Pot: preflop hat niemand erhöht, also repräsentiert niemand eine starke Hand. Das heißt:
- das Board hilft meist niemandem: alle haben schwache Ranges, am Flop trifft oft niemand;
- ein Einsatz holt ihn oft: selbst mit nur einem schwachen Paar oder als Continuation Bet kassierst du oft diesen kleinen Pot;
- mit Position leichter: mit Position, wenn alle checkend Schwäche zeigen, folgt deinem Einsatz meist niemand.
Drei Hinweise
- limp nicht mit und gib die Initiative auf: limpst du auch, verzichtest du auf Isolation und Führung und schenkst dem ganzen Tisch billige Karten;
- die Isolationsgröße muss reichen: zu klein vertreibt niemanden, dann wird es wieder ein Multiway-Limp-Pot, und der Sinn des Isolierens ist weg;
- überschätz deine Hand nicht: der Limp-Pot ist leicht, weil die Gegner schwach sind, nicht weil deine Hand groß ist; callt oder erhöht der Gegner wirklich, zieh dich nach Handstärke ehrlich zurück.
In einem Satz: Limp-Pot = ein schwacher Pot, in dem jemand nur den Big Blind callt und niemand erhöht, ein Signal für eher schwache, passive Gegner. Preflop meist mit einem Isolation-Raise die Kleinfische vertreiben, den Schwachen isolieren, die Initiative nehmen; postflop „niemand repräsentiert eine starke Hand" nutzen, ein Einsatz holt oft den kleinen Pot. Limp nicht mit und verschenk den Vorteil.
Wie man übt
Spiel mit Spielchips und wenn jemand vor dir limpt und du dran bist, limp nicht aus Gewohnheit mit — ist deine Hand ordentlich, versuch einen Isolation-Raise, dräng die anderen bis auf einen schwachen Gegner weg und spiel postflop mit Position. Nach ein paar Dutzend Händen wirst du sehen, dass der Limp-Pot eine der Situationen mit dem leichtesten Zusatzgewinn ist: der Gegner gibt die Initiative freiwillig her, du musst sie nur aufheben.