Was ist Set Mining — mit einem kleinen Paar billig callen und auf ein Set am Flop warten
Set Mining ist eine sehr schlichte Strategie: du hast preflop ein kleines Paar (etwa 22 bis 77), rechnest nicht damit, mit nur einem Paar zu gewinnen, sondern callst billig und wartest auf eine dritte Karte gleichen Rangs am Flop, um ein Set (Drilling) zu bilden — triffst du, ist die Hand stark und versteckt und gewinnt dem Gegner oft eine große Summe ab. Dieser Artikel erklärt, wann es sich zu minen lohnt und wann nicht.
Erst die Wahrscheinlichkeit: etwa eins zu acht, neun
Mit einem Taschenpaar ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Flop genau die dritte Karte gleichen Rangs bringt und dir ein Set beschert, etwa eins zu acht bis neun (rund 12 %).
Diese Wahrscheinlichkeit ist nicht hoch, das heißt: die meiste Zeit triffst du am Flop nicht. Ob Set Mining also profitabel ist, hängt nicht davon ab, „wie viel du bei dem einen Treffer gewinnst", sondern vom Durchrechnen — reicht der Gewinn des einen Treffers, um die Call-Kosten der sieben, acht Nicht-Treffer wettzumachen. Das ist genau der Gedanke der Implied Odds.
Bedingungen, unter denen es sich lohnt: kleiner Einsatz, große Belohnung
Weil du nur eins zu acht, neun triffst, muss Set Mining zwei Bedingungen erfüllen, um sich zu lohnen:
- der Call muss billig sein: was du preflop zahlst, muss relativ zum Stack klein sein, zahl keine große Summe fürs Minen;
- der Gegner muss tiefe Stacks haben und zahlen wollen: nach dem Treffer muss der Gegner genug Chips dahinter haben und bereit sein, gegen dein Set weiter zu investieren, damit du es reinholst.
Eine gut merkbare grobe Richtlinie: was du diesmal callst, sollte etwa das Zehnfache oder mehr zurückbringen können (genug gewinnbare Chips hinter dir und dem Gegner), damit sich das Minen lohnt. Bei zu flachen Stacks oder einem Gegner, der beim ersten Anzeichen einer starken Hand flieht, min nicht.
Wann man nicht minen sollte
| Situation | Warum nicht minen | | --- | --- | | Stacks zu flach | selbst getroffen gewinnst du nichts Großes, die Nicht-Treffer-Kosten kommen nicht zurück | | Call zu teuer (Gegner erhöht sehr groß) | Einsatz relativ zur Belohnung zu hoch, langfristig Verlust | | Gegner sehr tight, kaum zum Zahlen zu bewegen | triffst du dein Set, callt er trotzdem nicht, die Implied Odds bleiben aus | | mehrere haben den Pot schon groß gemacht | die Voraussetzung des billigen Minens ist weg |
Die Kern-Einschätzung: Set Mining = mit kleinem Einsatz auf eine große Belohnung wetten; je kleiner der Einsatz und je größer die potenzielle Belohnung, desto eher minen, sonst folden.
Drei häufige Fehlanwendungen
- gedankenlos mit jedem kleinen Paar jede Erhöhung callen: ohne Blick auf Stack-Tiefe und Call-Größe bei jedem Paar minen ist langfristig ein Leck;
- kein Set getroffen, aber nicht loslassen können: der Flop ist nur ein kleines Paar, kein Set, und gegen einen Einsatz kämpfst du weiter — der Kern des Minens ist „nicht getroffen, locker loslassen";
- das Set zu bedrohlich spielen: aus Aufregung all-in und den Gegner verscheuchen, sodass du die Implied Odds gerade nicht kassierst (siehe wie man Taschenpaare spielt).
In einem Satz: Set Mining = preflop mit einem kleinen Paar billig callen und auf den einen Treffer in etwa acht, neun warten, um das Set groß zu spielen. Ob es sich lohnt, hängt davon ab, ob der Call billig genug, der Gegner-Stack tief genug und der Gewinn beim Treffer groß genug ist; nicht getroffen locker loslassen, getroffen den Gegner nicht verscheuchen, dann kassierst du die Implied Odds.
Wie man übt
Spiel mit Spielchips und wenn du mit einem kleinen Paar einer Erhöhung gegenüberstehst, call nicht hastig, frag erst zwei Dinge: ist dieser Call teuer (relativ zum Stack)? Hat der Gegner beim getroffenen Set genug Geld dahinter und ist er bereit zu zahlen? Nur wenn beides sich lohnt, call, und lass am Flop ohne Treffer schlicht los. Übe bewusst ein paar Dutzend Hände, und du wirst spüren, dass Set Mining eine geduldige Sache des „klein wetten, groß gewinnen wollen" ist, nicht der Impuls, jedes Paar zu callen.